Die kurze Antwort
HubSpot und Pipedrive gehören zu den CRM-Systemen, die kleine und mittlere Unternehmen im DACH-Raum am häufigsten gegeneinander abwägen. Beide verwalten Kontakte, Firmen und Verkaufschancen, beide bieten Apps für unterwegs und beide haben 2025 und 2026 kräftig bei der KI nachgelegt. Der Unterschied liegt im Ansatz: Pipedrive ist ein Werkzeug für Verkäuferinnen und Verkäufer, das von der Pipeline aus gedacht ist. HubSpot ist eine Kundenplattform, bei der das CRM die gemeinsame Datenbasis für mehrere „Hubs“ bildet.
Dieser Vergleich richtet sich an Teams mit etwa zwei bis 20 Personen im Vertrieb. Alle Preise und Funktionsangaben stammen von den offiziellen Preis-, Hilfe- und Datenschutzseiten der Anbieter, abgerufen am 22.09.2026. Einen eigenen Praxistest mit Bewertungspunkten haben wir nicht durchgeführt; wo Aussagen Einschätzungen sind, kennzeichnen wir das.
HubSpot und Pipedrive im Überblick
Die wichtigsten Unterschiede für kleine Vertriebsteams. Preise laut Anbieterseiten, Stand 22.09.2026.
| Kriterium | HubSpot Sales Hub | Pipedrive |
|---|---|---|
Grundidee | Kundenplattform mit gemeinsamem CRM für Vertrieb, Marketing und Service | Vertriebs-CRM, aufgebaut um die visuelle Verkaufspipeline |
Kostenloser Einstieg | Kostenlose Version für bis zu zwei Benutzer | Kein dauerhaft kostenloser Tarif auf der Preisseite |
Einstiegstarif | Starter ab 7 € je Lizenz und Monat | Lite: 14 US-Dollar je Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung |
Automatisierung und Sequenzen | Workflows und E-Mail-Sequenzen im vollen Umfang ab Professional (90 € je Lizenz, plus 1.470 € Onboarding) | Automationen und E-Mail-Sequenzen ab Growth (39 US-Dollar je Nutzer, jährlich) |
KI | Breeze Assistant in allen Tarifen; Agenten teils über Credits und höhere Tarife | KI-Berichte und Sales Assistant ab Lite; KI-E-Mail-Funktionen ab Premium |
Serverstandort EU | Rechenzentrum in Deutschland (AWS); Nutzungsanalysen gehen in die USA | EU-Kunden werden laut Anbieter nach Frankfurt oder Dublin (AWS) geleitet |
AVV | Data Processing Agreement mit Standardvertragsklauseln | Data Processing Addendum ist Teil der Nutzungsbedingungen |
Zu beachten | Pflicht-Onboarding ab Professional; Kosten steigen mit jeder Lizenz und jedem weiteren Hub | Preise in US-Dollar und ohne Mehrwertsteuer; Marketing und Service nur über Zusatzprodukte |
Plattform oder Pipeline: zwei unterschiedliche Ansätze
Pipedrive stellt die Verkaufschance in den Mittelpunkt. Nach dem Anmelden sehen Sie Ihre Deals als Karten in Spalten, die den Phasen Ihres Verkaufsprozesses entsprechen, und schieben sie per Maus weiter. Aktivitäten wie Anrufe, Termine und E-Mails hängen am Deal. Dieser Aufbau ist schnell verstanden und passt zu Teams, die vor allem wissen wollen, welcher Abschluss als Nächstes ansteht. Ab dem Tarif Growth kommen laut Preisseite die vollständige E-Mail-Synchronisierung, Automationen und E-Mail-Sequenzen hinzu, ab Premium Werkzeuge zur Lead-Gewinnung und KI-gestützte E-Mail-Funktionen.
HubSpot setzt eine Ebene tiefer an. Das CRM ist die gemeinsame Datenbank, auf der Sales Hub, Marketing Hub, Service Hub und weitere Produkte aufsetzen. Der Vorteil zeigt sich, sobald mehrere Abteilungen mit denselben Kontakten arbeiten: Eine Marketing-Kampagne, ein Verkaufsgespräch und ein Service-Ticket landen in derselben Kontakthistorie. Der Preis dafür ist mehr Komplexität bei Einrichtung und Tarifwahl. Laut HubSpot-Blog (Stand 21.10.2025) bietet Starter vor allem einfache Automatisierung wie das Auslösen von Aufgaben und E-Mail-Benachrichtigungen; Workflows für die Vertriebsautomatisierung, E-Mail-Sequenzen und Prognose-Werkzeuge gehören zu Professional.
Unsere Einschätzung: Wer heute mit Tabellen oder Outlook-Ordnern arbeitet und „nur“ einen sauberen Vertriebsprozess braucht, kommt mit Pipedrive in der Regel schneller zu einem nutzbaren System. Wer ohnehin plant, Newsletter, Formulare und Service-Anfragen im selben System zu führen, sollte HubSpot trotz höherer Kosten ernsthaft prüfen.
Tarife und Preise (Stand 22.09.2026)
HubSpot zeigt auf der deutschen Preisseite Euro-Beträge je Lizenz, Pipedrive zeigt auch auf der deutschsprachigen Seite US-Dollar je Nutzerprofil, ausdrücklich ohne Mehrwertsteuer. Ein direkter Vergleich ist deshalb nur überschlägig möglich.
- Kostenlose Version0 € (bis 2 Benutzer)
- Starterab 7 €
- Professional90 € jährl. bzw. 100 €
- Enterpriseab 150 €
- Onboarding Professional1.470 € einmalig
- Onboarding Enterprise3.420 € einmalig
- Lite14 $ (168 $/Jahr)
- Growth39 $ (468 $/Jahr)
- Premium59 $ (708 $/Jahr)
- Ultimate79 $ (948 $/Jahr)
Rechenbeispiel: Vertriebsteam mit fünf Personen
Nehmen wir ein Team, das Automationen und E-Mail-Sequenzen nutzen möchte. Bei Pipedrive ist das ab Growth enthalten: Fünf Nutzerprofile kosten rechnerisch 5 × 468 US-Dollar, also 2.340 US-Dollar im Jahr zuzüglich Mehrwertsteuer. Bei HubSpot gehören Sequenzen und Vertriebs-Workflows zu Professional: Fünf Lizenzen bei jährlicher Verpflichtung ergeben 5 × 90 € × 12 = 5.400 € im Jahr, dazu im ersten Jahr einmalig 1.470 € Onboarding – zusammen 6.870 €.
Kommt es Ihnen nur auf Kontaktverwaltung und eine einfache Pipeline an, sieht die Rechnung anders aus: HubSpot kostet dann für zwei Personen in der kostenlosen Version nichts, Starter beginnt laut Preisseite bei 7 € je Lizenz und Monat. Wie sich HubSpot-Kosten mit weiteren Lizenzen, Kontakten und Hubs entwickeln können, beschreiben wir ausführlich im Ratgeber Was HubSpot wirklich kostet.
KI-Funktionen im Vertriebsalltag
Keine Testnoten, sondern der Funktionsumfang laut Hilfeseiten der Anbieter (HubSpot: Stand 16.09.2026, Pipedrive: Stand 03.09.2026). Einzelne Funktionen sind noch als Beta gekennzeichnet.
Datenschutz, AVV und Serverstandort
Ein CRM enthält fast ausschließlich personenbezogene Daten. Beide Anbieter hosten auf Amazon Web Services in der EU, übermitteln aber je nach Vorgang auch Daten in Drittländer.
Was Sie vor dem Start klären sollten
Bei beiden Anbietern ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag verfügbar, und beide bieten eine EU-Datenhaltung an. Unterschiede liegen im Detail: HubSpot benennt ausdrücklich, welche Daten die EU verlassen, und lässt zahlende Kunden das Rechenzentrum wählen. Pipedrive ordnet EU-Kunden automatisch einer EU-Region zu. Prüfen Sie in beiden Fällen, welche KI-Funktionen Sie freischalten, denn dabei kommen weitere Unterauftragsverarbeiter ins Spiel – teils mit Sitz in den USA.
Zusätzlich gehören ins Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten, zur Information der Kontakte und – bei Aufzeichnung von Gesprächen – zur Abstimmung mit dem Betriebsrat eigene Schritte. Einen Überblick gibt unser Ratgeber KI und Datenschutz. Dieser Vergleich ersetzt keine Rechtsberatung.
Empfehlung nach Einsatzfall
Beide Systeme sind für kleine Vertriebsteams ausgereift. Entscheidend ist, ob Sie ein Vertriebswerkzeug oder eine gemeinsame Plattform für mehrere Abteilungen suchen.
- Marketing, Vertrieb und Service dieselben Kontaktdaten nutzen sollen
- Sie mit der kostenlosen Version für bis zu zwei Personen starten wollen
- Sie Wert auf die Wahl des Rechenzentrums und dokumentierte EU-Verarbeitung der KI legen
- Budget für Professional und das Onboarding vorhanden ist, sobald Automatisierung gebraucht wird
- die Verkaufspipeline im Mittelpunkt steht und das Team schnell arbeitsfähig sein soll
- Sie Automationen und Sequenzen ohne Einmalgebühr ab Growth nutzen wollen
- Marketing-Automatisierung in einem anderen Werkzeug bleibt oder nicht gebraucht wird
- planbare Kosten je Nutzer wichtiger sind als eine Plattform für alle Abteilungen
Für Franchise-Systeme und Filialnetze
In Franchise-Systemen stellt sich zusätzlich die Frage, wer welche Daten sehen darf. Führt die Zentrale die Leadgewinnung über Kampagnen und verteilt Anfragen an Partnerbetriebe, spricht vieles für eine Plattform wie HubSpot, bei der Marketing und Vertrieb auf denselben Datensätzen arbeiten – Rechte und Teams müssen dann sorgfältig eingerichtet werden. Arbeiten die Partner eigenständig und brauchen vor allem eine einheitliche Pipeline, ist Pipedrive oft leichter auszurollen. In beiden Fällen sollten Sie vor dem Kauf festlegen, wem die Kundendaten gehören, wenn ein Partner das System verlässt.
HubSpot ist die stärkere Wahl, wenn das CRM zur gemeinsamen Datenbasis mehrerer Abteilungen werden soll, und bietet den günstigsten Einstieg über die kostenlose Version. Pipedrive ist für reine Vertriebsteams meist schneller eingeführt und bei Automatisierung deutlich günstiger. Testen Sie beide mit Ihrem echten Verkaufsprozess, bevor Sie Daten migrieren.
Häufige Fragen zu HubSpot und Pipedrive
Ja, für den Einstieg: Laut Preisseite gibt es eine kostenlose Version für bis zu zwei Benutzer mit grundlegenden CRM-Funktionen (Stand 22.09.2026). Automatisierte Vertriebs-Workflows, E-Mail-Sequenzen und Prognosen gehören zu Sales Hub Professional, das 90 € je Lizenz und Monat bei jährlicher Verpflichtung kostet, zuzüglich einmalig 1.470 € Onboarding.
Pipedrive berechnet je Nutzerprofil. Bei jährlicher Abrechnung kosten Lite 14, Growth 39, Premium 59 und Ultimate 79 US-Dollar je Nutzer und Monat, jeweils ohne Mehrwertsteuer (Stand 22.09.2026). Automationen und E-Mail-Sequenzen beginnen mit Growth; für fünf Personen sind das rechnerisch 2.340 US-Dollar im Jahr.
HubSpot hostet EU-Kundendaten laut Hilfe-Center in Deutschland auf AWS, überträgt Analyse- und Nutzungsdaten aber in die USA. Pipedrive ordnet neue EU-Kunden laut Liste der Unterauftragsverarbeiter den AWS-Regionen Frankfurt oder Dublin zu. Bei beiden sind Zugriffe und Übermittlungen in Drittländer über Standardvertragsklauseln oder das Data Privacy Framework geregelt.
Ja. HubSpot stellt ein Data Processing Agreement bereit, das Standardvertragsklauseln und das EU-US Data Privacy Framework einbezieht. Bei Pipedrive ist das Data Processing Addendum laut Trust Center direkt in die Nutzungsbedingungen eingebunden, eine gesonderte Unterschrift ist nicht nötig.
HubSpot schreibt, dass die beauftragten KI-Anbieter Kundendaten nicht zum Training nutzen dürfen und dass Daten möglichst nicht gespeichert werden. Pipedrive nennt Anthropic, OpenAI Ireland und AssemblyAI als Unterauftragsverarbeiter für KI-Funktionen; eine ausdrückliche Aussage zum Training fanden wir auf den geprüften Seiten nicht. Klären Sie diesen Punkt vor dem Aktivieren der KI-Funktionen.
Ja, beide Systeme bieten Import- und Exportfunktionen, Pipedrive etwa einen KI-Importassistenten. Aufwendig sind beim Wechsel meist nicht die Kontakte, sondern Deal-Historien, Automationen und angebundene Werkzeuge. Planen Sie deshalb von Anfang an einheitliche Felder und Phasen, dann bleibt ein späterer Umzug überschaubar.
Quellen (abgerufen am 22.09.2026): HubSpot-Preisseite Sales Hub, HubSpot-Blog zu den Sales-Hub-Tarifen (21.10.2025), HubSpot: Breeze Assistant, HubSpot: Agenten, HubSpot: Datenhosting, HubSpot: KI-Infrastruktur, Pipedrive-Preisseite, Pipedrive AI, Pipedrive Data Processing Addendum, Pipedrive: Unterauftragsverarbeiter, Pipedrive und DSGVO, Pipedrive Trust Center.